Burnout & Stress

Die 5 Stressverstärker: Wenn der innere Antreiber zum Feind wird

Mag. Christiane Maier-Plos · Instahelp Online-Magazin · 2017

Person unter Stress – überwältigende Gedanken und innerer Druck
Foto: Luis Villasmil / Unsplash

Stress entsteht nicht nur durch äußere Umstände – oft sind es innere Stimmen, die uns am meisten unter Druck setzen. Diese sogenannten inneren Antreiber sind Botschaften, die wir meist in der Kindheit übernommen haben und die uns im Erwachsenenleben als unsichtbare Regeln begleiten. Bis sie zum Feind werden.

Was sind innere Antreiber?

Das Konzept der inneren Antreiber stammt aus der Transaktionsanalyse. Es beschreibt fünf wiederkehrende Verhaltensmuster, die dann auftreten, wenn wir unter Druck geraten. Sie können motivierend wirken – aber in Übermaß kosten sie Energie, verursachen Stress und führen langfristig zu Erschöpfung.

1. „Sei perfekt!" Fehler werden als inakzeptabel erlebt. Man überprüft alles mehrfach, hat hohe Standards und gibt sich nie mit dem zufrieden, was man geleistet hat. Das Ergebnis: chronisches Ungenügen und immenser Zeitaufwand.
2. „Beeil dich!" Immer im Eiltempo, kaum in der Lage innezuhalten. Man fühlt sich schuldig, wenn man sich Zeit nimmt. Entschleunigung fühlt sich wie Zeitverschwendung an. Das Ergebnis: innere Unruhe, Fehler durch Hast, keine echte Erholung.
3. „Sei stark!" Schwäche zeigen gilt als inakzeptabel. Hilfe zu bitten fällt schwer. Man trägt Probleme mit sich allein. Das Ergebnis: Isolation, Erschöpfung ohne Ausweg, und das Gefühl, allein gegen die Welt zu stehen.
4. „Streng dich an!" Der Wert einer Leistung bemisst sich am Aufwand. Wenn etwas leicht fällt, zweifelt man, ob man sich genug angestrengt hat. Das Ergebnis: unnötige Erschöpfung durch Überarbeitung und Schwierigkeiten, Erfolge anzuerkennen.
5. „Mach es allen recht!" Die Bedürfnisse anderer stehen immer an erster Stelle. Nein sagen ist kaum möglich. Das Ergebnis: eigene Bedürfnisse werden chronisch vernachlässigt, Erschöpfung, Groll und das Gefühl, ausgenutzt zu werden.

Wie entschärft man innere Antreiber?

Der erste Schritt ist Bewusstsein: Welcher Antreiber ist bei mir besonders laut? In welchen Situationen meldet er sich?

Dann geht es darum, den Antreiber nicht zu bekämpfen, sondern ihm einen Erlauber entgegenzusetzen:

Diese neuen Botschaften an sich selbst klingen einfach – doch sie gegen alte Prägungen durchzusetzen, braucht Übung und oft therapeutische Begleitung.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine psychotherapeutische Beratung.

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