Angst & Panik

Was hat die Zitrone mit Angst zu tun? Tipps bei Panikattacken

Mag. Christiane Maier-Plos · Instahelp Online-Magazin · 2017

Frisch geschnittene Zitrone – Symbol für die Verbindung von Gedanken und körperlichen Reaktionen
Foto: Thitiphum Koonjantuek / Unsplash

Stellen Sie sich vor, Sie beißen in eine saftige, frisch geschnittene Zitrone. Der Saft spritzt, der saure Geschmack breitet sich in Ihrem Mund aus. Ihr Mund beginnt zu wässern – obwohl die Zitrone nur in Ihrer Vorstellung existiert.

Dieses kleine Gedankenexperiment zeigt etwas Grundlegendes: Unsere Gedanken lösen körperliche Reaktionen aus. Und genau dieser Mechanismus steht im Zentrum der Entstehung von Panikattacken.

Was passiert bei einer Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine plötzliche Welle intensiver Angst mit körperlichen Symptomen: Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Kribbeln, Schweißausbrüche oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden – oder zu sterben. All das klingt beängstigend. Und trotzdem ist es im Körper nichts anderes als eine überschießende Aktivierung des natürlichen Alarmsystems.

Der Teufelskreis der Panik

Das eigentliche Problem entsteht durch die Bewertung der Körpersignale. Wer Herzrasen als Herzinfarkt deutet oder Schwindel als Zeichen für einen Zusammenbruch, verstärkt die Angst – und damit die Symptome. Es entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf:

Was hilft bei Panikattacken?

1. Verstehen, was passiert. Panikattacken sind unangenehm, aber nicht gefährlich. Der Körper kann sich durch Panik nicht selbst schädigen. Dieses Wissen ist der erste Schritt aus dem Kreislauf.

2. Die Atmung regulieren. Langsames, tiefes Ausatmen aktiviert das parasympathische Nervensystem und bremst die Stressreaktion. Versuchen Sie, länger aus- als einzuatmen (z. B. 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen).

3. Im Hier und Jetzt bleiben. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Umgebung: Was sehe ich? Was höre ich? Was fühle ich unter meinen Füßen? Diese Übung durchbricht das Katastrophendenken.

4. Gedanken hinterfragen. Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass das Schlimmste eintritt? Was würde ein ruhiger, vernünftiger Mensch in dieser Situation denken?

5. Keine Vermeidung. Situationen zu meiden, die Panik auslösen könnten, gibt kurzfristig Erleichterung – langfristig werden die Angst und der Kreislauf dadurch stärker.

Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?

Wenn Panikattacken wiederkehren, bestimmte Orte oder Situationen zunehmend gemieden werden oder die Lebensqualität spürbar leidet, ist therapeutische Unterstützung empfehlenswert. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist die wissenschaftlich am besten belegte Methode bei Panikstörungen – mit sehr guten Langzeitergebnissen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine psychotherapeutische Beratung.

Persönliche Begleitung gewünscht?

Wenn Sie das Thema persönlich betrifft und Sie Unterstützung wünschen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

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